| Wir tun Liebesdienste, und zwar
vorwiegend in Lateinamerika, genauer gesagt in Brasilien, Argentinien, Paraguay
und Kuba. Seit 1965. Und noch einmal muß eingegrenzt werden: In Brasilien
sind wir in erster Linie unter der deutschen Bevölkerung tätig.
Schon während der Entdeckung
des südamerikanischen Kontinents, als
Pedro
Álvares Cabral am 22 April 1500 im heutigen Brasilien landete,
waren Deutsche beteiligt. Mehr als 200 Jahre später regierte Prinz Moritz
von Nassau in Recife und brachte die nähere Umgebung in wirtschaftlicher,
kultureller und sozialer Hinsicht nach vorn. Seine Spuren sind noch heute
erkennbar. An Städtegründungen wie Rio de Janeiro und São
Paulo waren Deutsche beteiligt sowie an zahlreichen anderen Unternehmungen.
Im Jahre 1824 rief die damalige -
deutschstämmige - Kaiserin von Brasilien aus dem Hause Habsburg, Leopoldina,
Ehefrau von Dom Pedro I., die auch das riesige Land endgültig von Portugal
abtrennte, die notleidende deutsche Bevölkerung vorwiegend aus dem Mosel-
und Hunsrücker Raum zur Besiedlung nach Südbrasilien, Santa Catarina
und Rio Grande do Sul. Seitdem haben Hunderttausende Deutsche das Land
bevölkert. Am Anfang des 20. Jh. kamen massenhaft Deutsche, herbeigerufen
durch brasilianische Agenten, aus Polen, den Wolgagebieten und Wolhynien
nach Brasilien, rodeten die Urwälder und schufen sich eine neue Heimat.
Wie viele Millionen es heute sind, ist schwer zu berechnen, jedoch gibt es
von Mato Grosso über São Paulo und Paraná bis hinab nach
Rio Grande do Sul unzählige Städte mit teilweise fast reiner deutscher
Bevölkerung, wo die deutsche Sprache nach wie vor - oft schon in der
sechsten, siebten Generation - gesprochen wird, und zwar als Muttersprache.
Natürlich versetzt mit typischen Brasilianismen, die unvermeidbar sind.
Unsere Aufgabe ist es gewesen, diesen
Menschen das Evangelium zu bringen. Während in den letzten Jahrzehnten
viele Millionen Brasilianer sich zu Gott bekehrt haben, ist der Anteil der
deutschen Bevölkerung am Evangelium nur sehr klein.
Wir sind vornehmlich in Rio Grande
do Sul tätig, aber auch in der nahegelegenen argentinischen Provinz
Misiones sowie in Paraguay, wohin in den letzten Jahrzehnten viele Deutsche
aus Brasilien ausgewandert sind.
Diese Deutschen leben in der Regel
in sehr einfachen, um nicht zu sagen oft sehr ärmlichen Verhältnissen.
Viele Menschen sind Analphabeten. Seit ihrer Ankunft in Brasilien hatten
sie immer einen harten Kampf ums Dasein. Sie brauchen unsere Hilfe, die nicht
nur in der Verkündigung des Evangeliums besteht, sondern auch in sozialer
Hilfe, Kleidung usw.
In Tucunduva unterhalten wir in einem
Elendsviertel der kleinen Kreisstadt eine Kindertagesstätte, wo Kindern
aus den schlimmsten Verhältnissen - die Väter sind meist Kriminelle
oder Trinker - nicht nur Essen geboten wird, sondern auch Nachhilfeunterricht,
Unterricht, praktische Arbeit usw., so daß bereits einige der ca. 40
bis 50 Kinder heute zum Studium an einer Universität zugelassen sind,
was sie ohne unsere Hilfe nicht geschafft hätten.
Eine ähnliche Arbeit haben wir
in einer der schlimmsten Favelas in Viamão bei Porto Alegre begonnen,
wo wir jetzt etwas mehr als 20 Kinder untergebracht haben. In der Umgebung
geschieht fast jede Woche mindestens ein Mord. Die Regierung ist ratlos,
wir haben aber mit der Hilfe Gottes und unserer Freunde in Deutschland mit
einem gezielten Programm und guten Leuten angefangen und sehen bereits einigen
Erfolg.
Die Verhältnisse in Paraguay
waren jahrzehntelang für alle Nichtkatholiken sehr schwierig. Nach der
Abdankung des deutschstämmigen Generals Stroessner öffneten sich
auch wieder die Türen für das Evangelium. In Asuncion helfen wir
Pastoren, Evangelisten und Laienmitarbeitern mit Unterricht, aber auch praktisch
mit finanziellen und materiellen Mitteln. Auch dort begegnen wir schlimmer
Armut. Ein mitteleuropäischer Mensch kann sich davon kaum Vorstellungen
machen.
Seit mehreren Jahren sind wir auch
in Kuba tätig geworden und helfen den dortigen Christengemeinden finanziell,
und zwar unterstützen wir in erster Linie Pastoren und Mitarbeiter bei
der Ausbreitung des Evangeliums. Es ist erstaunlich, daß sich in den
letzten 8 Jahren gut und gern in Kuba 100 000 Menschen zu Christus bekehrt
haben und jetzt überall im Land lebendige Gemeinden bilden. Es ist nicht
übertrieben, wenn wir sagen, daß durch unsere Hilfe die Werke
nicht nur eine moralische Unterstützung erfahren haben - sie wissen:
wir sind nicht allein! -, sondern auch einen rapiden Aufbau. Dabei ist es
unser Ziel, uns von politischen Aktivitäten fernzuhalten, was auch in
den von uns betreuten Gemeinden der Fall ist.
Nähere Informationen liefern
wir Ihnen gern, vor allem durch unser Monatsblatt Glaube Hoffnung Liebe,
das jetzt schon 56 Jahre lang erscheint, und zwar nicht nur mit
Missionsberichten, sondern auch mit glaubensstärkenden, erbaulichen
Artikeln. |